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Sind NMFarner die Band der Stunde? Es gibt da vielversprechende
Momente, in denen sie – sagen wir mal – locker
loslegen, und ich mir überlege, ob der bescheuertste
Genrebegriff seit langem, Disko-Punk, nicht doch einen von
10 möglichen Punkten verdient. Auch überraschen
sie mit manchem Stilbreak, der von hektischer Werbesendung,
Hamburger Schule bis selbst zerkrittetem Pere Ubu und Poptrance
reicht, als hätte man das Band zwischendurch mal über
Nacht laufen lassen. Wem gilt diese Musik? Für "Berlin-Mitte-Punks",
die vor lauter Fleißkärtchenrocker schon nicht
mehr wissen, was ein rotziger Schlager ist? Oder jener Kreativ-Elite,
die als "urbane Penner" (Bunz/Müller) an der
Bushalte auf ihr Leben wartet? Lese ich mir die ganzen Erklärungen
zu Das Gesicht durch, komme ich nicht umhin zu denken, dass
die angesprochene Aufbaugruppe dieses Album, das ihnen ihren
scheinbar gesichtslosen Spiegel vorhält, ja eigentlich
hassen müsste. Also wird hinterhergeforscht und zusammengeflanscht
bis vom Gesicht nur noch NM Farner übrig bleibt. Dort
trifft man sich dann. Bestes Album, nächstes Album.
(Oliver Shuntrock)
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