Coma

COMA stürzen sich kopfüber in das Abenteuer des zweiten Albums und erobern mit THIS SIDE OF PARADISE das Rampenlicht zurück - eine umfassende und sorgfältig arrangierte Auswahl an Tracks, wie man sie sich genau so von dem Kölner Duo gewünscht hat. Reich an melodischen und rhythmischen Ausrufezeichen, werden diese Klänge Fans im Club und im heimischen Wohnzimmer überzeugen: mit Künstlerbeiträgen von DILLON (Vocals auf THE WIND) und MITs EDI WINARNI (Cover Artwork) stellt sich THIS SIDE OF PARADISE als wahrhaft raffinierte Pop-Musik dar, die ihre Inspiration auf beiden Seiten der Kunst/Tanz-Schranke sammelt...
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COMA stürzen sich kopfüber in das Abenteuer des zweiten Albums und erobern mit THIS SIDE OF PARADISE das Rampenlicht zurück - eine umfassende und sorgfältig arrangierte Auswahl an Tracks, wie man sie sich genau so von dem Kölner Duo gewünscht hat. Reich an melodischen und rhythmischen Ausrufezeichen, werden diese Klänge Fans im Club und im heimischen Wohnzimmer überzeugen: mit Künstlerbeiträgen von DILLON (Vocals auf THE WIND) und MITs EDI WINARNI (Cover Artwork) stellt sich THIS SIDE OF PARADISE als wahrhaft raffinierte Pop-Musik dar, die ihre Inspiration auf beiden Seiten der Kunst/Tanz-Schranke sammelt. Als tiefere Erkundung und Erweiterung des auf dem ersten Longplayer "In Technicolor" (KOMPAKT 279 CD 106) markierten Terrains präsentiert das neue Werk die Künstler auf der Höhe ihres Könnens - ein musikalisches Geschenk sowohl an erfahrene Kenner wie auch kürzlich Bekehrte.

Manchmal als Songwriter betitelt, die eigentlich gar keine Songs schreiben, tendieren COMA zur verschobenen Genregrenze ohne daraus direkt ein Statement in Stein zu meisseln - sie sind nicht im Rennen um zu erobern und zu vernichten, sondern um zu berühren und zu verführen... eine konstante Arbeit an Musik, die so innovativ und vielschichtig auftreten sollte wie möglich, aber eben auch so zugänglich wie nötig. Man denke da an die Lead-Single LORA - auf den ersten Blick als ein sanftmütiges, poplastiges Epos identifizierbar, mit wohlvertrauten Lyrics wie "I don't know why I feel this way". Jedoch bezieht sich der Titel nicht auf eine verflossene Liebe, sondern vielmehr auf ein bestimmtes Medikament gegen Angststörungen. Und vielleicht auch auf eine verflossene Liebe, wer weiss? Es ist ein ständiger Prozess der Neubewertung der eigenen Tropen, der das Duo zu unkonventionellen, aber ungemein mitreissenden Hooks führt - z.B. halb gesungen, halb synthetisch auf BORDERLINE, PINGUIN POWER oder HAPPINESS,: "POOR KNIGHT ist ein gutes Beispiel für unseren Filterprozess", erklärt die Band - "da war dieser Vocalschnipsel, der etwas ganz anderes aussagt als das, was wir letztendlich darin gehört haben - was die Worte 'Poor Knight' (Armer Ritter) waren".

Während das Debütalbum fast drei Jahre Produktionszeit in Anspruch nahm, erreichte THIS SIDE OF PARADIES in nur einem halben Jahr die Schlusslinie : "das erste Album war wie ein grosses Gemälde, für das wir lange und ausgiebig Ideen gesammelt haben - das zweite ist konzeptioneller, mit gewissen Spielregeln die wir uns auferlegt haben, um wirklich in das Material einzusteigen." Das führte auch zu anderen Arbeitsweisen im Studio: "es ist tatsächlich ein File-Sharing-Album aus der Cloud... wir hatten immer noch Spass an kollektiven Jam-Sessions über Stunden hinweg, doch letztendlich haben wir begriffen, dass man sich darin auch verlieren kann - ab und an braucht man eine gewisse Distanz zur Musik und zum Partner, um die Dinge frisch und fokussiert zu halten." Bekannt für ihre vielfältigen Live-Gigs in Clubs und Konzerthallen, die sie sowohl mit elektronischem als auch akustischem Equipment bestreiten, verweigern sich COMA einer genaueren Zurordnung zur Tanz- oder Popmusik: "Wir versuchen immer unser Handeln zu hinterfragen. Einmal dachten wir sogar darüber nach, die Melodien ganz wegzulassen, weil melodischer Techno so allgegenwärtig geworden ist. Doch das wären auch nicht wir - wir lieben eine gute Melodie wie jeder andere auch."

Die Offenheit für Kognitionsglitches und produktive Irrtümer mag auch die treibende Kraft hinter COMAs offensichtlicher Kooperationsbereitschaft sein: das klassischste Songwriting auf THIS SIDE OF PARADISE findet sich mit THE WIND, einem verträumten, melancholischen Downbeat-Juwel mit Vocals von der vertrauten Mitstreiterin DILLON. In der Zwischenzeit hat ein anderer alter Freund die Rollen vertauscht: MIT Lead-Sänger EDI WINARNI kehrt nach seiner Gesangseinlage auf "In Technicolor" zurück, zeichnet dieses Mal aber für das Cover Artwork des neuen Albums verantwortlich - basierend auf seinen eigenen Skulptur-Entwürfen, hat er verschiedene Archetypen von Vögelschnäbeln für die Gestaltung verwendet. Das ist gewissermassen die gleiche Frage, die die Musik selbst stellt: wieviel Schnabel braucht man, um den Vogel zu erkennen? Wieviel Melodie für einen Pop-Song? Wieviel Beats, um im Club zu überleben? Die wahre Meisterschaft von COMA mag hier zu finden sein: sich solche Fragen stellen und trotzdem in der Lage sein wundervolle Musik zu produzieren, die sich an Körper wie Geist richtet.

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