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Jeder kennt Françoise Cactus als charismatische Sängerin und Schlagzeugerin von Stereo Total. Sie hat für ihre Band unzählige lustige, aber auch sehr feinsinnige Texte geschrieben, und damit einen eigenen, vom französischen Chanson und der Beatliteratur inspirierten Stil geschaffen. Der Schritt hin zur Romanautorin war deshalb ein Klacks. Françoise Cactus vegetierte im verschlafensten Dorf des französischen Burgund dahin und lernte bald ihre Stacheln einzusetzen. Gewann sie mit 12 Lenzen noch ganz unschuldig den regionalen Vorlesewettbewerb, wurde ihr Debut Photo-Souvenir zwei Jahre später als eigenwillige Lolita-Literatur besprochen. Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Literatur und Linguistik und dem Bruch mit der Erwachsenenwelt (viel zu spät) verschlug es die Wüstenbraut 1985 Richtung Steppenwolf: Berlin. Es folgten u.a. Zusammenarbeiten mit Filmemacher Oskar Roehler und sie verfasste die frei erfundene Autobigophonie. Dass die deutsche Sprache dabei charmant verdreht wird, sie ihre Pointen mit Ausrufezeichen und Kraftausdrücken verunstaltet und sich gerne in Absurditäten verstrickt, ist kennzeichnend für den unbedarften Mädchenstil. Ihr Roman Zitterparties wurde zwar in der Jugendbuchreihe Rotfuchs veröffentlicht, die Fans ihres Schreibstils finden sich aber in allen Altersklassen. 2004 erschien ihr Roman Neurosen zum Valentinstag. In den letzten Jahren veröffentlichte sie eine regelmässige Kolumne in der Frankfurter Rundschau, schrieb für diverse Anthologien und produzierte Hörspiele für den WDR und den BR.